Drei wichtige Punkte gegen den Abstieg gewonnen / Thomas Frey, FC Sirnach

Drei wichtige Punkte gegen den Abstieg gewonnen

© Thomas Frey, FC Sirnach

In einer durch zwei völlig verschiedene Halbzeiten geprägten Partie, rang der FC Sirnach in einem intensiven Kampfspiel den FC Uster dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause mit 3:2 (1:1) nieder. Nach der ersten Halbzeit hatte allerdings noch nichts auf diesen für die Südthurgauer äusserst positiven Spielausgang hingedeutet, waren doch die Ustemer im ersten Durchgang spielerisch und was Ballbesitz angeht hoch überlegen und die Sirnacher hätten sich über einen Pausenrückstand mit ein bis zwei Toren nicht beklagen dürfen. Offensichtlich aber fand Interimstrainer Ivo Nater, der den ferienhalber abwesenden Andi Alder vertrat, die richtigen Worte in der Kabine, denn nach dem Pausentee sah man eine in jeder Beziehung stark verbesserte Sirnacher Elf auf dem Platz, welche dann auch verdient die drei Punkte ins Trockene brachte. Mit diesem Sieg überlässt der FC Sirnach dem FC Uster einen Abstiegsplatz und steht seit längerer Zeit wieder über dem Strich.

Ustemer Angriffswirbel vor der Pause

Schnell einmal wurde klar, was die Gäste aus Uster im Schilde führten. Mit Bällen in die Tiefe auf die wirbligen Suarez und Hofstetter versuchten sie die an diesem Tage nicht immer sattelfeste Sirnacher Verteidigung aus den Angeln zu heben. Bereits nach zehn Minuten schien dieser Plan von Trainer Disler aufzugehen. Nach einem idealen Zuspiel auf Hofstetter in den Sechzehnmeterraum wurde dieser, obwohl noch nicht in torgefährlicher Position, von einem Sirnacher Innenverteidiger elfmeterreif von den Beinen geholt. Den vom guten Schiedsrichter Özkanli sofort verhängten Penalty versenkte dann Stürmerkollege Suarez unhaltbar. Sirnach war in dieser Phase nur mit zehn Mann auf dem Feld, hatte sich doch bereits nach drei Minuten Kononenko bei einem Luftkampf eine klaffende Kopfwunde zugezogen. Die Heimmannschaft reagierte aber trotz Unterzahl prompt und konnte praktisch im Gegenzug durch einen genau getretenen Eckball auf den auf fünf Meter völlig blank (!) stehenden Kilafu ausgleichen. Das Spiel konnte von neuem beginnen, was die Mannschaft aus Uster offensichtlich mehr beflügelte, fand doch darauf das Spielgeschehen weitestgehend in der Sirnacher Platzhälfte statt. Die Gäste aber agierten vor dem Sirnacher Strafraum viel zu umständlich und blieben ein aufs andere Mal in der vielbeinigen Abwehr hängen. Auch die hohen Bälle in den Strafraum war gegen die grossgewachsenen Sirnacher Innenverteidiger das falsche Rezept und so endete die erste Halbzeit mit einem für die Sirnacher doch eher schmeichelhaften 1:1.

Stark verbesserte Sirnacher nach dem Tee

Waren es in der ersten Halbzeit die Ustemer, welche Tempo und Spielgeschehen in der Partie bestimmten, waren es die Einheimischen, die nach einer offensichtlich heilsamen Pausenansprache von Ivo Nater zusehends besser ins Spiel fanden. Die Ustemer Angriffsversuche konnten nun bereits in der Entstehung unterbunden werden und was dann doch noch aufs Tor kam, wurde von der nun viel souveräner aufspielenden Sirnacher Verteidigung geklärt. Nun waren es die Einheimischen die für Gefahr vor Bünter sorgten, aber zu wirklich zwingenden Torchancen kamen auch die Sirnacher nicht. Bis zur 81. Minute jedenfalls nicht, als der spielstarke Emini einen Freistoss aus halblinker Position an Freund und Feind vorbei auf den Kopf des am hinteren Posten lauernden Cengiz zirkelte, der dann den Ball am verdutzten Ustemer Torwart vorbei ins Netz zur vielumjubelten Führung spedierte. Was nun folgte war klar. Uster musste nach diesem späten Verlusttreffer auftun und eröffnete so den Sirnachern die eine oder andere Konterchance. Genau eine solche wurde dann nach idealem Zuspiel in die Tiefe durch Emini genutzt, der, nachdem er auch noch Torwart Bünter vernascht hatte, ins leere Tor zur 3:1 Vorentscheidung traf. Ärgerlich dann noch der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Diego Bürger, der nach einem von der Sirnacher Abwehr ungenügend geklärten Ball im Fünfmeterraum am schnellsten reagierte und zum Schlussresultat traf.

Verdienter Sieg dank markanter Leistungssteigerung

Es wird Ivo Naters Geheimnis bleiben, welches verbale Rezept er der unterlegenen Sirnacher Mannschaft in die zweite Hälfte mitgab. Geholfen hat es allemal und so sah man nach Spielschluss durchwegs zufriedene Gesichter auf Sirnacher Seite. Als einziger Wehrmutstropfen gilt das ungebührliche Verhalten einiger Ustemer Fans auf der vom Clubhaus gegenüberliegenden Seite zu vermerken. Diese hätten sich doch viel eher von der äusserst fairen Partie auf dem Rasen inspirieren lassen sollen, als durch ständiges Pöbeln gegen das sehr gute Schiedsrichtergespann auf sich aufmerksam zu machen. Sogar ein paar beschwichtigende Worte von Captain Bünter halfen da leider nichts. Der Freude bei den Sirnacher Spielern, dem Staff und Anhang tat dies jedoch wenig Abbruch und so kann man von einem gelungenen Fusbbalnachmittag auf dem Kett sprechen. Sollte der FC Sirnach das in der zweiten Hälfte gezeigte Gesicht auch beim äusserst spielstarken FC Kosova zeigen, könnte auch in der Fremde und einem viel stärker eingeschätzten Gegner ein positives Resultat machbar sein.

Matchtgelegramm

 Sportplatz Kett, Sirnach, 160 Zuschauer, SR : Rifat Özkanli, SRA : Fujat/Moser

 

FC Sirnach – FC Uster 3 : 2 (1:1)

Torfolge : 10. Suarez 0:1 (Penalty), 13. Enacki Kilafu 1:1, 81. Orcun Cengiz 2:1, 87. Labi Emini 3:1, 90. Diego Bürger 3:2

FC Sirnach : Gabriel Akin; Nico Manz, Klodian Samina, Marc Prenrecaj (C), Riccardo Chiavuzzi; Evgkenji Kononenko (ab 14. Jakub Vondracek), Petrit Bytyqi, Labi Emini (88. Hamadi Sassi), Enacki Kilafu;  Polat Günes (65. Okan Aykac), Orcun Cengiz

FC Uster : Philipp Bünter (C); Cenrim Dervishaj, Stefan Iten, Daniele Demasi (ab 46. Samuel von Aarburg), Mehmet Mercan; Diakaté Mamadou, Bogdan Stevic, Oscar Barreiro, Fabio Serfaini (80. Cristian Tiscar); Ruben Suarez, Andreas Hofstetter (70. Diego Bürger)

Bemerkungen : gelbe Karten : Petrit Bytyqi, Jakub Vondracek, Enacki Kilafu, Gabriel Akin, Labinot Emini (alle Sirnach), Oscar Barreiro, Ruben Suarez, Samuel von Aarburg, Mehmet Mercan (alle Uster)

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  • Markus Ziegler 11. Oktober 2016 at 9:51

    Es ist wohltuhend die Spielberichte von Thomas Frey aus der Ferne zu lesen. Seine ausführlichen und treffenden Berichte ersparen einen Besuch des Spiel nicht, aber er lässt uns ein Stück davon teilhaben
    Danke Thomas

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