Matchbericht FC Uster ZH – FC Sirnach TG

Szene aus dem Vorrundenspiel 2015/2016

Auch im zweiten Rückrundenspiel verloren die Sirnacher gegen einen vor allem taktisch besser eingestellten Gegner aus Uster deutlich mit 1:4 (0:1). Trotz einer gegenüber dem ersten Spiel leicht verbesserten Mannschaftsleistung reichte es gegen eine wie im Hinspiel hervorragend organisierte Ustemer Mannschaft nicht zu einem Punktgewinn und hätte der Gastgeber auch in der Schlussphase die sich bietenden Möglichkeiten konsequenter ausgenützt, wäre die Niederlage noch wesentlich höher ausgefallen.

Text :        Thomas Frey, FC Sirnach-Stella
© Bild :     Walter Kühne, Sirnach

Trotz einem für die 2. Liga Interregio hervorragend besetzten Kader versteht man es beim FC Sirnach nicht, diese Qualität auch in Leistung auf dem Rasen umzusetzen. Umso befremdlicher ist das Ganze, weil die Leistungsträger wie Cengel, de Filippo und Samina ihr Potential auch auf dem Platz aufzeigen. Cengel und De Filippo gehörten auch in Uster zu den auffälligsten Figuren auf dem Platz. Allein das Tor von Cengel aus gut und gerne 25 Meter zum vielumjubelten Ausgleich war das Eintrittsgeld wert und De Filippo mit seinen Antritten und Dribblings über beide Aussenbahnen war ein steter Unruheherd in der Ustemer Abwehr. Wenn man sehr gute Einzelspieler zusammen mit anderen gestandenen Spielern nicht zu einem guten Ganzen formen kann, bleibt ein Ensemble ohne fähigen Dirigenten eine Free-Jazz Band, hervorragend besetzt, aber jeder spielt seine eigene Musik.

Ausgeglichenes Spiel
Mit Ausnahme der letzten halben Stunde als die Gastgeber mit einem Akteur mehr agieren konnten, war das Spiel weitestgehend ausgeglichen mit eher mehr Ballbesitz für die Sirnacher, die aus einer sicheren Abwehr heraus ihr Spiel entwickeln wollten. Uster dafür versucht mit schnellen Vorstössen über die Aussenbahn zum Erfolg zu kommen, was dann in der 15. Minute beinahe funktionierte, als eine Direktabnahme auf Flanke von Barreiro vom besten Ustemer Laski in der vielbeinigen Sirnacher Hintermannschaft hängen blieb. In der 22. Minute dann ein Freistoss zentral,  ungefähr 30 Meter vor dem Kasten der Sirnacher. Der von Diego Bürger hervorragend getretene Freistoss konnte vom Sirnacher Keeper gerade noch aus der Ecke an die Latte gelenkt werden und der mitgelaufen Laski verwertet den Nachschuss überlegt in die entfernte Torecke. Die Sirnacher agierten aber keinesfalls geschockt, sondern versuchten weiter mit gepflegtem Aufbau aus der eigenen Abwehr ihrerseits zum Erfolg zu kommen, aber die wie bereits eingangs erwähnt sehr gut organisierte Abwehr des Gastgebers, liess bis zum Pausenpfiff mit Ausnahme von zwei Halbchancen durch den sehr agilen Cengel keine Tormöglichkeiten zu. Ein Blackout entscheidet das Spiel Beide Mannschaften erschienen unverändert nach der Pause und auch an der Spielphilosophie beider Teams änderte sich in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit nichts. Bis zur 49. Minute, als der klar beste Sirnacher Önder Cengel mit einem Prachtsgeschoss aus gut und gerne 25 Metern über den regungslos verharrenden Schlussmann Bünter zum 1:1 Ausgleich traf. Die Freude der Sirnacher war allerdings nur von kurzer Dauer, denn nur gerade drei Minuten später verloren die Sirnacher auf der rechten Angriffsseite den bereits sicher eroberten Ball in der Vorwärtsbewegung stümperhaft gleich zwei Mal und der Ustemer Flügelspieler bediente nach einem Sprint an die Grundlinie mit seinem gut getimten Flankenball seinen Mitspieler am entfernten Posten, für den es anschliessend nicht mehr allzu schwierig war, den Ball über die Linie zu drücken. Von diesem neuerlichen Rückstand erholten sich die Sirnacher nicht mehr und verloren analog zum Uzwiler Spiel völlig den Faden, umso mehr als sie sich durch ein absichtliches Handspiel nach einem Durcheinander im eigenen Sechzehnmeterraum selber geschwächt hatten. Den fälligen Penalty verwandelte Tiscar sicher zur 3:1 Vorentscheidung für die Gastgeber. Das 4:1 nach einem erneuten Abwehrfehler war dann noch eine Ustemer Dreingabe und änderte nicht mehr allzu viel an der erneut enttäuschenden Vorstellung der Südthurgauer.

Ein Sieg in Gossau ist Pflicht
Die beiden folgenden Spiele in Gossau ZH, am kommenden Mittwoch, 23. März um 20.00 und gegen den FC Widnau am 3. April in Sirnach, haben im Abstiegskampf bereits vorentscheidenden Charakter. Es wird interessant sein zu beobachten, wie der bereits gehörig unter Druck stehende neue Sirnacher Cheftrainer Stücheli mit dieser Situation umgehen wird und ob er die nötige Bereitschaft bei den Spielern einfordern kann, den  Kampf und die notwendige Entschlossenheit im Abstiegskampf endlich anzunehmen.

FC Uster – FC Sirnach-Stella 4:1 (1:0) Sportplatz Buchholz, Uster- 150 Zuschauer – SR: Patrick Von Arx

Tore:
22. 1:0 Laski, 49. 1:1 Önder Cengel, 55. 2:1 Krapf, 58. 3:1 Tiscar (Penalty), 69. 4:1 Laski

FC Sirnach:
Adi Radoncic; Nico Manz, Klodian Samina, Toni Arifi , Devris Saygili; Jakub Vondracek, Bruno Cardoso (85. Uwe Beran), Labi Musaj (66. Blerton Dauti), Giuseppe de Filippo; Maurizio Brunetti, Önder Cengel (C)

FC Uster:
Bünter; Mercan, Iten, von Aarburg (76. D’Alto), Dervishaj, Krapf (74. Rufino), Porcelli, Laski, Tiscar, Bürger (69. Dzepo), Barreiro

Verwarnungen:
40. Samina (Reklamieren), 52. Barreiro/Saygili (Foul), 64. Iten (Halten), 67. Dervishaj (Foul), 86. Manz (Foul).

Bemerkungen:
rot : 55. Devris Saygili (Handspiel)

Bei Sirnach fehlten:
Srdjan Radovic (rekonvaleszent), Ruben Simoes (verletzt), Anil Aydeniz (gesperrt)

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