Matchbericht FC Sirnach TG – FC Uzwil SG

Ein Szene aus dem Spiel mit Symbolcharakter : Meist rannten die Sirnacher Gegner und Ball hinterher!

Bei garstigen Bedingungen unterlag der FC Sirnach-Stella trotz doppelter Überzahl zum Rückrundenauftakt einem aufopfernd kämpfenden FC Uzwil mit 1:2 (0:0). Durch diese Niederlage verschlechtert sich die Tabellensituation für die Südthurgauer deutlich, da Mitkonkurrent Mels sein Auftaktspiel gegen den FC Uster gewann.

Text :        Thomas Frey, FC Sirnach-Stella
© Bild :     Walter Kühne, Sirnach

Deutlich zu wenig
Die vielen, trotz windig kaltem Frühlingswetter erschienen Sirnacher Anhänger, wurden von der mageren Darbietung des Heimteams bitter enttäuscht. Auf Grund der Einstellung, laufbereitschaft, taktischem Verhalten und der physischen Präsenz auf dem Platz hätte man meinen können, dass der FC Uzwil im Abstiegskampf stecken würde. So war es wenig erstaunlich, dass vorwiegend der Aufsteiger aus Uzwil in der Anfangsphase Tempo und Gangart bestimmte. Vor allem im Mittelfeld hatten die Gäste mit den omnipräsenten Hürlimann und Keller ein deutliches Übergewicht und drängten die im Spielaufbau viel zu fehlerhaft agierenden Sirnacher in ihre Platzhälfte. Bei den Einheimischen lief im Spiel nach vorne wenig bis gar nichts zusammen und hatte man den Ball einmal erobert, landete das nächste Zuspiel wieder in den Füssen eines Gegners. Gefahr vor dem Gästetor entstand nur bei den durch den heftigen Rückenwind begünstigten, ruhenden Bällen. Kurz vor der Pause überschlugen sich dann allerdings die Ereignisse. Zuerst verloren die Uzwiler in der Vorwärtsbewegung den Ball und beim anschliessend schnell ausgeführten Konter, konnte der durchgebrochene Patelli vom bereits verwarnten Prenrecaj nur noch mit einem Foul gestoppt werden. Konsequenterweise standen danach die Gäste nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Kurz darauf eröffnete sich den Sirnacher nach einem präzisen Flankenball von Cengel auf De Filippo die grösste Chance aus dem Spiel heraus, doch landete der Kopfball vom Neuzuzug an der Lattenunterkante. Nach dieser einzigen Sirnacher Grosschance pfiff Schiri Aygün in einer weitestgehend ereignislosen ersten Halbzeit zum Pausentee.

Wenn zwei sich streiten
Kaum hatte der Schiedsrichter das Spiel zur zweiten Halbzeit angepfiffen, gingen die Sirnacher durch einen haltbaren Weitschuss aus halbrechter Position doch eher entgegen dem Spielverlauf in Führung. Man hätte meinen können, dass dieser Treffer dem Sirnacher Spiel mehr Sicherheit und Ruhe verleihen würde, doch das war an diesem Sonntag nicht der Fall, im Gegenteil, kaum zehn Minuten später leisteten sich die ansonsten sicher stehende Sirnacher Innenverteidigung einen folgenschweren Lapsus. Nach einem harmlosen, flachen Zuspiel Richtung Sirnacher Strafraum waren sich zwei Verteidiger über die Klärung der Situation nicht einig und weil dem so war, nahm der mitgelaufene Uzwiler Stürmer das Geschenk dankend an und versenkte den Ball kurzerhand zwischen den Beinen des verdutzten Torwart Radoncic zum Ausgleich. Jetzt waren die Sirnacher völlig von der Rolle und fanden überhaupt nicht mehr ins Spiel zurück. Die Uzwiler hingegen agierten abgeklärt und clever. Warteten geschickt mit einem Mann weniger spielend auf Konter und nutzen jede sich bietende Möglichkeit um auch offensiv in Erscheinung zu treten. In der 74. trat dann das ein, was man schon länger hatte befürchten müssen. Ein durch Michael Keller direkt aufs Tor getretener Eckball senkte sich mit Windunterstützung hinter Torwart Radoncic ins Netz zur nicht unverdienten 2:1 Führung der Gäste. Vergeblich wartete das Heimpublikum auf eine Reaktion, es wurde auf Sirnacher Seite im gleichen Stil weitergekickt, ohne Engagement, meist konzeptlos und auch nachdem der zweite Uzwiler etwas kleinlich vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen wurde, ohne zündende Ideen. Nach sieben (!) langen Nachspielminuten beendete Schiedsrichter Aygün einen aus Sirnacher Sicht desaströsen Auftritt. Mit solchen Vorstellungen, das dürfte auch den Verantwortlichen nicht entgangen sein, wird sich der FC Sirnach nach 4 Jahren Zugehörigkeit zur 2 Liga Interregio in der kommenden Saison wieder mit regionaler Kost begnügen müssen. Mit einer Qualität im Kader, die eigentlich gut genug für die 1. Liga sein müsste notabene ! Es verbleiben noch 12 Spiele und jede dieser Partien muss wie ein Relegationsspiel betrachtet und angegangen werden. Um dabei erfolgreich zu sein, braucht es eine spezielle Sorte Charaktere und eine verschworene Einheit auf dem Platz, die gemeinsam dasselbe Ziel anzustreben bereit ist. Wenn die Verantwortlichen diese Eigenschaften nicht ganz schnell auf die Mannschaft übertragen können, kann der Rest der Rückrunde als Vorbereitung für die kommende Saison betrachtet werden.  

FC Sirnach-Stella – FC Uzwil 1:2 (0:0) Kett – 270 Zuschauer – SR: Aygün, SRA: Ibrun, Schaufelberger

Tore:
46. Bruno Cardoso 1:0, 54. Alban Morina 1:1, 74. Michael Keller 1:2

FC Sirnach:
Adi Radoncic; Nico Manz (80. Safet Etemi), Devris Saygili, Klodian Samina, Jakub Vondracek; Bruno Cardoso (68. Maurizio Brunetti), Labi Musaj, Blerton Dauti, Andrea Patelli; Önder Cengel (C), Giuseppe de Filippo

FC Uzwil :
Michael Gähwiler; Emilio Simeone, Michel Lanker, Sandro Studer, Dalibor Velickovic; Mark Prenrecaj, Michael Keller (86. Philipp Meissner), Yannick Brunner (22. Prenrecaj, 28. Dalibor Velickovic, 44. Alban Morina, 47. Hürlimann, 93. Philipp Meissner (alle Uzwil), keine Karten gegen Sirnach

Bemerkungen :
gelb/rot : 43. Mark Prenrecaj, 79. Michael Hürlimann

Bei Sirnach fehlten :
Srdjan Radovic (verletzt), Uwe Beran (verletzt), Anil Aydeniz (gesperrt), Toni Arifi (gesperrt)

Weitere Fotos zum Spiel!

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